Heute Traben-Trarbach. (ckr) Der Wunsch des Wolfer Pfarrers sollte unerfüllt bleiben. Nicht einmal 15 Jahre nach der Schleifung der Festung Mont-Royal marschierten im spanischen Erbfolgekrieg (1701-14) wiederum französische Armeen durch das Rheinland, welches sie im polnischen Erbfolgekrieg (1734) erneut heimsuchten.

Mont-Royal, einst größte Festungsanlage Europas, spielte in diesen wie auch den folgenden Kriegen keine militärische Rolle mehr und fiel in einen faßt 250 Jahre währenden Dornröschenschlaf. Erst in den 20er Jahren unseres Jahrhunderts erinnerte man sich des Kulturdenkmales.

Dem unvergessenen Heimatforscher Dr. Ernst Willem Spies gelang es in den Jahren 1929 bis 1937 die Bevölkerung der umliegenden Moselorte nicht nur für die vergessene Festung zu interessieren, sondern animierte diese auch zu freiwilligen Arbeitseinsätze, in deren Zuge einige erhaltene Teile der Anlage freigelegt werden konnten.

Seither haben jedoch Bäume und Gestrüpp viele der ausgegrabenen Festungsteile erneut in ihren Besitz genommen. Mehr noch, eindringendes Wurzelwerk, Frostsprengung und Auswaschung des Kalkmörtels nagen seitdem mehr und mehr an dem 300 Jahre alten schutzlos der Witterung preisgegebenen Mauerwerk.

Die Feierlichkeiten zum 100jährigen Geburtstag von Dr. Spies im nächsten Jahr wären sicherlich ein Anlaß, sich auch dessen Lebenswerk hoch über dem Moseltal zu erinnern und erneut der Öffentlichkeit zugänglich zu machen...

Anmerkung: 2008 = 1998 + 10

Dr. Spies hatte im Jahre 2008 seinen 110. Geburtstag

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Aus der Zeitung: Do.02.10.1997

FESTUNG MONT ROYAL
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